Es ist besser, eine Versicherung zu haben und sie nicht zu brauchen, als eine Versicherung zu brauchen und sie nicht zu haben, oder?
Es war ein äußerst interessantes Gespräch mit einem jungen Mann. Mit 25 Jahren hatte er bei Mama und Papa noch die Füße unter dem Tisch – beziehungsweise das Handy im WLAN. Sein „Vermögen“, das er sich im Laufe der Jahre angespart hatte, war nicht unerheblich, im Umkehrschluss hatte er aber keinerlei Versicherungen. Er hatte sich nie so wirklich Gedanken darüber gemacht, was durchaus ungewöhnlich ist, da sehr sparsame Menschen häufig auch darauf bedacht sind, ihr Vermögen bei Krankheit, Tod oder Unfall zu schützen.
Er sei derzeit dabei, über den Tellerrand zu schauen, und halte Ausschau nach einer Wohnung. Er hatte ganz genaue Vorstellungen, wie groß die Wohnung sein solle, wie sie eingerichtet werden sollte und auch davon, was er versichern würde.
Momentan brauche er ja noch keine Versicherung, so sein Tenor. Erst wenn er von zu Hause ausgezogen sei, würde er zum Beispiel eine Hausratversicherung und eine Mietrechtsschutzversicherung abschließen. Falls der böse Vermieter ihm vielleicht doch mal was will……..
Auf meine Frage, wie viel der Hausrat denn wert sei und ob es nicht zielführender wäre, das abzusichern, womit er seinen Hausrat bezahlt – nämlich seine Arbeitskraft –, hatte er keine Antwort. Klar: Mit 25 Jahren steht man, wie man so schön sagt, voll im Saft und sieht nicht, dass man auch einmal älter und krank werden könnte oder aufgrund eines Unfalls aus dem Leben „gekickt“ wird. Wer kennt ihn nicht, den Satz: „Wir werden nicht jünger …“? Und wer kennt ab 50 nicht auch andere Menschen, die eben nicht mehr voll im Saft stehen, sondern krank und oft berufsunfähig sind?
Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist, gelinde gesagt, Quatsch, den Hausrat absichern zu wollen, aber an der eigenen Absicherung zu sparen. Schließlich werden wir nicht jünger und haben alle noch so viel vor.


