Der Verkauf der eigenen Immobilie ist für viele Menschen ein ganz besonderer Moment. 🏡 Über Jahrzehnte war das Haus oder die Wohnung nicht nur ein Vermögenswert, sondern häufig das Zuhause der Familie, der Lebensmittelpunkt und ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen Altersvorsorge.
Nach dem Verkauf verändert sich die Situation plötzlich: Aus der Immobilie wird ein größerer Geldbetrag. 💶 Nicht selten stehen dann sechsstellige Summen auf dem Konto.
Und spätestens jetzt beginnt die Suche nach der „richtigen“ Geldanlage!
Soll das Geld sicher angelegt werden? 🛡️
Soll es eine möglichst hohe Rendite erzielen? 📈
Wie soll das Vermögen für das Alter erhalten bleiben? 👵👴
Zwangsläufig werde ich in meiner Tätigkeit als Investmentberater (seit 2012) sowie Finanzanlagenfachmann (seit 2021) genau damit beauftragt, mit der Suche der richtigen Geldanlage! Selbstredend das ich dabei regelmäßig mit Angeboten von Banken, Strukturvertrieben oder Vermögensberatern konfrontiert werde. Und ausnahmslos immer wird eine der wichtigsten Fragen nicht gestellt!
Wenn Sie gestern verstorben wären – wer soll heute das Geld bekommen, das aus dem Verkauf Ihrer Immobilie entstanden ist? ❤️
Diese Frage verändert den Blick auf die Vermögensplanung grundlegend.
💰 Nicht nur an die eigene Lebenszeit denken
Wer eine Immobilie verkauft, denkt verständlicherweise zunächst an sich selbst. Das Geld soll den eigenen Lebensstandard sichern, für das Alter zur Verfügung stehen oder vielleicht Wünsche erfüllen, für die bisher nie ausreichend Zeit oder finanzieller Spielraum vorhanden war.
Doch Vermögen hat nicht nur eine Verbrauchsphase, sondern möglicherweise auch eine Vererbungsphase. 👨👩👧👦
Und genau deshalb sollte bei einer größeren Vermögensanlage nicht ausschließlich betrachtet werden, was das Geld während der eigenen Lebenszeit leisten kann. Es sollte auch geklärt werden, was mit dem Vermögen im Todesfall passiert. 🕊️
Denn zwei Anlage- oder Versicherungsmodelle können auf den ersten Blick ähnlich attraktiv wirken – und sich im entscheidenden Moment erheblich unterscheiden.
📊 Rendite oder Sicherheit? Die falsche Entweder-oder-Frage
In Beratungsgesprächen begegnen mir immer wieder Angebote, bei denen fast ausschließlich zwei Argumente im Mittelpunkt stehen:
Rendite oder Sicherheit.
Natürlich sind beide Aspekte relevant. Niemand möchte unnötige Risiken eingehen, und niemand sollte sein Vermögen ohne Blick auf Inflation und langfristige Kaufkraft investieren.
Aber bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte greift eine reine Betrachtung von Rendite und Sicherheit häufig zu kurz.
Denn Vermögensplanung ist mehr als eine Produktentscheidung. 🧩
Es geht um Fragen wie:
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Wie lange wird das Geld voraussichtlich benötigt?
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Welche Beträge sollen für den eigenen Lebensunterhalt verfügbar bleiben?
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Welche Wünsche sollen erfüllt werden? ✈️
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Welche Risiken können und wollen Sie tragen?
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Und vor allem: Wer soll Ihr Vermögen erhalten, wenn Sie nicht mehr da sind? ❤️
Gerade die letzte Frage wird erstaunlich häufig erst dann gestellt, wenn es bereits zu spät ist.
👨👩👧👦 Das Bezugsrecht: Wer soll das Geld bekommen?
Ein wichtiger Punkt kann bei bestimmten Versicherungs- und Vorsorgelösungen ein sogenanntes Bezugsrecht sein.
Damit kann – abhängig von der konkreten Vertragsgestaltung und dem jeweiligen Produkt – bereits bei Vertragsabschluss festgelegt werden, welche Person im Todesfall die vereinbarte Leistung erhalten soll.
Das kann beispielsweise der Ehepartner, die Kinder oder auch nur ein Kind sein. Es können aber auch andere Personen als Bezugsberechtigte vorgesehen werden, wie z.B. die beste Freundin die auch da war als man pflegebedürftig wurde!
Der entscheidende Gedanke dahinter lautet:
Nicht erst im Todesfall überlegen, was mit dem Geld passieren soll, sondern diese Frage bereits heute bewusst regeln. 📝
⚖️ Denn nicht jedes Vermögen funktioniert gleich
Hier liegt ein wesentlicher Punkt, den viele Menschen unterschätzen:
Vermögen ist nicht gleich Vermögen.
Wer beispielsweise Geld auf einem klassischen Bankkonto hält, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass die Person, die man sich als Empfänger wünscht, dieses Geld im Todesfall unmittelbar erhält.
Bei vielen Vermögenswerten greifen vielmehr die gesetzlichen Regelungen beziehungsweise die individuelle Nachlassregelung. ⚖️
Ein Testament kann dabei ein wichtiges Instrument sein. Es kann die gesetzliche Erbfolge verändern und den eigenen Willen dokumentieren.
Aber auch ein Testament löst nicht automatisch sämtliche erbrechtlichen Fragen.
📜 Das Testament – wichtig, aber kein Zauberwort
Ein häufiger Irrtum lautet:
„Ich schreibe einfach in mein Testament, wer alles bekommen soll. Dann ist das Thema erledigt.“
So einfach ist es leider nicht.
Insbesondere Pflichtteilsansprüche können eine Rolle spielen. Bestimmte nahe Angehörige können unter den gesetzlichen Voraussetzungen trotz einer Enterbung Pflichtteilsrechte haben.
Das bedeutet: Wer sein Vermögen gezielt übertragen möchte, sollte nicht nur fragen:
„Wer soll Erbe werden?“
Sondern auch:
„Welche Ansprüche könnten andere Personen möglicherweise haben?“
Das ist ein Thema, bei dem eine individuelle rechtliche Beratung durch einen Notar oder Fachanwalt für Erbrecht sinnvoll sein kann. ⚖️ Eine Finanzberatung kann die rechtliche Beratung nicht ersetzen aber sehr wohl geeignete Produkte zur Verfügung stellen!
🏡 Der Immobilienverkauf ist deshalb ein idealer Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme
Nicht mit der Frage:
„Welches Produkt bringt die höchste Rendite?“
Sondern mit einem deutlich umfassenderen Blick:
„Was soll dieses Geld für mich und meine Familie eigentlich bewirken?“
Vielleicht soll ein Teil des Geldes kurzfristig verfügbar bleiben.
Vielleicht soll ein anderer Teil langfristig angelegt werden. 📈
Vielleicht soll das Vermögen den eigenen Ruhestand finanzieren.
Vielleicht sollen Kinder oder Enkel später davon profitieren. 👨👩👧👦
Vielleicht soll der Ehepartner finanziell abgesichert werden. ❤️
Und vielleicht ist eine Kombination aus mehreren Lösungen sinnvoll.
🤝 Vermögensplanung beginnt mit den Menschen – nicht mit dem Produkt💡 Ein Beispiel aus der Praxis
Stellen wir uns ein Ehepaar vor, beide Anfang 60.
Das gemeinsame Einfamilienhaus wird verkauft. Nach Abzug aller Kosten verbleibt beispielsweise ein erheblicher sechsstelliger Betrag. 💶
Die erste Frage wäre nun klassischerweise:
„Wie können wir dieses Geld möglichst sicher und rentabel anlegen?“
Eine gute Beratung sollte jedoch einen Schritt weitergehen.
Vielleicht möchten beide ihren Ruhestand genießen und sich monatlich einen zusätzlichen Betrag auszahlen. 🌴
Vielleicht möchten sie einen Teil als Reserve halten.
Und vielleicht steht gleichzeitig fest, dass eines ihrer Kinder später einen bestimmten Teil des Vermögens erhalten soll.
Dann wird plötzlich eine andere Frage relevant:
Wie lässt sich die gewünschte Vermögensübertragung sinnvoll gestalten?
Je nach persönlicher Situation und Produkt können dabei unterschiedliche Instrumente infrage kommen – beispielsweise Anlagen mit oder ohne Bezugsrechtsgestaltung, testamentarische Regelungen oder eine Kombination verschiedener Lösungen.
Es gibt dabei keine pauschal „beste“ Lösung.
Es gibt nur eine Lösung, die zur persönlichen Situation passen sollte. 🎯
❤️ Wer soll Ihr Geld bekommen?
Vielleicht ist diese Frage die wichtigste Frage, die Sie sich nach dem Verkauf Ihrer Immobilie stellen sollten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Insbesondere bei Fragen zum Erbrecht, Testament, Pflichtteilsrecht und zur steuerlichen Behandlung einer Vermögensübertragung sollte eine entsprechend qualifizierte rechtliche bzw. steuerliche Beratung hinzugezogen werden.
Matthias W. Schlattmeier betrachtet nicht nur Rendite 📈 und Sicherheit 🛡️, sondern auch die wichtige Frage: Was soll mit Ihrem Vermögen passieren, wenn Sie morgen nicht mehr da sind? Er entwickelt Lösungen, die zu Ihnen, Ihrer Familie und Ihrer persönlichen Lebensplanung passt. Vereinbaren Sie gerne ein persönliches Gespräch 🤝 – denn Vermögensplanung sollte immer bei Ihnen und nicht bei einem Produkt beginnt!


